Warum sind wir so dick ?

Was fällt uns auf, wenn wir Fotos aus den 1960er oder 1970er Jahre anschauen ?

Es sind nicht die Kleider. Es sind nicht die Haare. Es sind die Körper. Die meisten Menschen waren schlank !

Seit den 70ern Jahren hat der Anteil an übergewichtigen Menschen signifikant erhöht.

Wissenschaftler verweisen auf die bekannten Übeltäter: die Fülle von billigem Fast-food und Snacks, Lebensmittelkonzerne, die die Produkte verführerischer machen, große Portionen und der Gewohnheit den ganzen Tag über zu essen….

Was auch immer die wirklichen Gründe sind. Es ist so: die Menschen werden immer dicker. Fast überall auf der Welt.

Wäre es nicht schön es gäbe ein Wundermittel ? Eine Pille, die uns auf Normalgewicht hält ?! Warum gibt es sie noch nicht ?

Die einzige Behandlungsmethode, die zu einer nachhaltigen Gewichtsreduktion führt, ist die Magenverkleinerung. Eine drastische Operation mit vielen Risiken. Meist verlieren die Patienten viel Gewicht, doch oft bleiben sie übergewichtig oder werden es wieder.

Viele Patienten und Mediziner vertreten immer noch die Auffassung, dass man „nur“ die richtige Einstellung haben muss, um dünn zu werden und zu bleiben.

Alle Versuche in Kliniken oder Fernsehshows das Gewicht nachhaltig zu reduzieren sind gescheitert. Meist nehmen die Menschen zunächst signifikant ab, können dieses Gewicht im Alltag nicht halten.

1995 hat Dr. Jeffrey Friedman von der Rockefeller University ein Äquivalent zum Insulin für Diabetiker entdeckt. Ein Molekül mit dem Namen Leptin. Dieses Molekül signalisiert dem Gehirn, wieviel Körperfett vorhanden ist. Wenn das Gehirn ein Signal bekommt, dass das Körperfett zu gering ist, dann „befiehlt“ das Gehirn: „ESSEN“. Bei dicken Menschen ist dieser Kontrollmechanismus zu hoch eingestellt. Das Gehirn stellt so sicher, dass der Mensch dick bleibt. Mit dieser neuen Pille sollte dem Gehirn signalisiert werden, dass genügend Fett vorhanden ist. Auch wenn die Pille auf das komplexes Netzwerk von Hormonen und Signalen ans Gehirn wirkt, so hat sie doch das Gewicht der Patienten nicht verändert.

Das Ziel bleibt es also, eine konstante Gewichtsreduktion ohne komplexe Operation zu erreichen. Bis dieses Ziel erreicht ist, bleibt der Wunsch der Wissenschaftler, die Menschen nicht ausschließlich für ihr Übergewicht selbst verantwortlich zu machen.

„Der Grundgedanke ist: weniger essen, mehr Bewegung – wenn es doch so einfach wäre.“ So Dr. Kevin Hall vom National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases.

Ein spannendes Thema.

 

Die Gedanken stammen aus dem Artikel „Why are we still do fat ?“ von Gina Kolata, veröffentlicht in nytimes am 19. November 2018.

 

Reisetagebuch (aufgenommen Tors Cove, Neufundland, Kanada)

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