Verletzlichkeit als Basis zum Glück ?

Brené Brown, Sozialwissenschaftlerin und Buchautorin, erläutert in ihrem Vortrag „Die Macht der Verletzlichkeit“, was die Voraussetzungen für die Entstehung von zwischenmenschlichen Verbindungen sind.

Sie betont dabei, dass zwischenmenschliche Empathie oder die Fähigkeit sich verbunden zu fühlen, die Basis unseres Lebens ist.

Wie nun entstehen Verbindungen ?

„Sollen Verbindungen stattfinden, dann müssen wir es zulassen, wirklich gesehen zu werden. (….) Es gibt nur eine Variable, die jene Menschen unterschiedet, die ein starkes Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit haben, von den Menschen, die wirklich darum kämpfen. Die Menschen, die ein starkes Gefühl der Liebe und Zugehörigkeit haben, glauben, dass sie die Liebe und Zugehörigkeit wert sind. Das ist alles. Sie glauben daran, dass sie es wert sind.“

Menschen, die glauben, dass sie es wert sind haben Mut. Den Mut Verletzlichkeit und Scham zuzulassen. Scham als Angst vor dem Getrenntsein. Wer Scham nicht erfährt hat keine Kapazität für zwischenmenschliche Empathie oder Verbindungen. Das Gefühl: Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht dünn genug, ich bin nicht schlau genug, ich bin nicht reich genug, etc., etc..

„Echte Verbindungen kann man nur eingehen, wenn man es zulässt gesehen zu werden, tiefgehend gesehen zu werden, verletzlich gesehen zu werden, zu lieben aus vollem Herzen, auch wenn es keine Garantie gibt — und das ist wirklich schwer“ Das ist es was ein wirkliches Selbstwertgefühl ausmacht. Verletzlichkeit zuzulassen. Zu akzeptieren, dass man verletzlich ist und es anzunehmen. Sich genug zu sein. Nur dann können wirkliche Beziehungen entstehen.

In Bezug auf unsere Kinder bedeutet dies: Kinder nicht zu perfekten Wesen zu erziehen. Nicht zu erwarten, dass Kinder perfekt sind. Sondern Kindern zu signalisieren: „Du bist unvollkommen, und du wirst Probleme haben, aber du bist die Liebe und Zugehörigkeit wert.“

Leider versuchen viele Menschen negative Emotionen, wie Scham, Verletzlichkeit, Angst, Enttäuschung etc., mit Suchtmitteln, wie Alkohol oder Tabletten, zu betäuben. Das Problem dabei ist, dass man schwierige Gefühle nicht betäuben kann ohne auch die anderen Gefühle zu betäuben. Gefühle, wie Freude, Dankbarkeit, Glück sind dann auch betäubt. Kein Wunder, dass wir uns dann elend fühlen und den Sinn des Lebens verlieren.

So plädiert Brené Brown dafür dankbar dafür zu sein, dass wir verletzlich sind, denn das bedeutet, dass wir leben. Uns selbst genug zu sein, dann sind wir liebevoller und freundlicher zu den Menschen um uns herum und auch liebevoller und freundlicher zu uns selbst !

Die Gedanken stammen aus dem Vortrag „Power of Vulnerability“ von Brené Brown. Zu finden auf YouTube.

 

Reisetagebuch (eine Aufnahme von Giacometti und Bacon, aufgenommen in der Fondation Beyeler in Riehen, Schweiz)

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