SINGEN mit Kindern

Was habt Ihr Eurem Baby als Erstes vorgesungen ?

Manche Menschen planen, was sie singen, doch bei den meisten Menschen passierte es einfach. Unaufgefordert und unerwartet hat man plötzlich eine Melodie im Kopf.

Als meine Tochter ganz klein war, habe ich ihr immer wieder die Melodie des Films „Drei Nüsse für Aschenputtel“ vorgesummt. Eine ganz wunderbare Melodie. Ob sie sich wohl heute noch daran erinnert ? Gibt es eine Region im Gehirn, wo genau diese Melodie abgespeichert ist und eines Tages in einem emotionalen Moment kommt sie plötzlich hervor ?

Wohl eher nicht. Wissenschaftler aus der Gehirnforschung belehren, dass Musik viele Bereiche des Gehirns anspricht und nicht nur in einem Fleck gespeichert wird.

„Es ist nicht wie eine Festplatte auf der alles gespeichert wird“, sagt Samuel Mehr, Erforscher des Music Labs in Harvard. Sein erstes Lied für seinen neugeborenen Sohn war übrigens „American Tune“ von Paul Simon.

Die Gespräche mit den Forschern Dr. Mehr und der Psychologin Sandra Trehub, bestätigen, was Großeltern, Eltern und alle anderen intuitiv wissen: Mit Kindern singen, wie dies auf der ganzen Welt Tradition ist, ist die sinnvollste Aktivität, die wir mit Kindern teilen können.

Seit Jahrzehnten erforschen Wissenschaftler die Wirkung von Musik auf Kinder und Babies. Selbst die kleinsten Babies reagieren auf Musik und können sogar Melodien unterschieden. Selbst positive Auswirkungen auf den Herzschlag und die Stresshormone konnten nachgewiesen werden.

„Das Gedächtnis für Musik ist fast schon schockierend“ so Dr. Mehr. Über alle Kulturen und Klassen hinweg sind Kinder und Babies unglaublich aufnahmefähige Zuhörer.

Kinder achten mehr auf Gesang als auf das gesprochene Wort.

Das Singen hilft die Kinder in stressigen oder ungewohnten Situationen zu beruhigen. Eine mögliche Begründung dafür ist, dass Kinder, die eine Melodie immer und immer wieder gehört haben, eine Vorstellung davon haben, was als nächstes in der Melodie kommt. Wenn die Erwartung erfüllt wird, dann wird dies von den Babies als belohnend und beruhigend empfunden. Auch können sich Kinder sich mit Singen selbst beruhigen. Sie singen sich dann selbst in den Schlaf, zum Beispiel.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man gut singen kann und die Töne trifft. Zumindest nicht für die Babies und Kinder. Es ist die emotionale Qualität, die das Vorsingen den Kindern gibt und nicht das perfekt gesungene Lied.

Viel Spaß beim Singen !

 

Die Gedanken stammen aus dem Artikel „Singing with my Grandbaby“ von Paula Span, veröffentlicht am 15. August 2018 in TheNewYorkTimes.

 

Reisetagebuch (aufgenommen in New York, USA)

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