Warum man mit Diäten nicht abnimmt und was es mit der „umgekehrten Diät“ – „Reverse Diet“ auf sich hat

Das Problem beim Abnehmen ist nicht unser Wille. Es ist die Neurowissenschaft….

Angeblich rangiert jeder Mensch um ein bestimmtes Körpergewicht, dem sogenannten „Sollwert“. Der Sollwert ist zum einen durch die Gene und zum anderen die Lebenserfahrung bestimmt.

Unzählige Studien und Praxisbeispiele zeigen, dass es nicht unsere Disziplin oder unser Wille ist, der uns um ein bestimmtes Körpergewicht pendeln lässt, sondern die Neurowissenschaft, behauptet Sandra Aamodt, Neurowissentschaftlerin und Buchautorin.

Sie sagt weiter:

Im Gehirn gibt es ein sogenanntes Gewichtsregulierungssystem, welches das Sollgewicht bestimmt. Wer dieses Gewicht unterschreitet, löst einen Prozess aus, der – quasi – den Notfall des Verhungerns simuliert. Das Gehirn versucht dann alles, um uns zur Gewichtszunahme zu bewegen.

Diese Gehirnleistung ist der Hauptgrund, warum Menschen nach einer Diät meist wieder zunehmen. Selbst in der Nahrungsmittelindustrie wird hinter vorgehaltener Hand zugegeben, dass ein permanenter Gewichtsverlust sehr selten erreicht wird. Angeblich haben in 2002 von 232 Millionen Europäern, die eine Diät gemacht haben, nur 1 Prozent das Gewicht nachhaltig reduziert.

Auch Forschungen mit Zwillingen bestätigen dieses Ergebnis: Menschen, die immer wieder eine Diät machen, haben ein um fünffach höheres Risiko übergewichtig zu werden.

Wenn also Diäten nicht helfen, was sollen wir dann tun ?

Eine Möglichkeit ist das „Mindful Eating“ also achtsames Essen. Wie in früheren Blogbeitragen dargestellt, heißt dies darauf zu achten, wann wir Hunger haben, wann wir satt sind, etc..

Oder hilft vielleicht auch das unter Bodybuildern bekannte „Reverse Dieting“, also ein „umgekehrtes Diätverhalten“ ? Dies wird momentan in den Medien gepriesen und von Promis vermarktet.

Das Grundprinzip der „Reverse Dieting“ ist, dass man nach einer kalorienreduzierten Diät über Wochen langsam die Kalorienzahl steigert, um den Stoffwechsel wieder anzukurbeln und so den Jo-Jo-Effekt zu vermeiden. Nach einer Diät nicht gleich wieder normal zu essen, sondern Schritt für Schritt mehr zu essen, hört sich sinnvoll an. Schaut man das Konzept genauer an, geht es um rund 150 bis 200 Kilo-Kalorien, um die die Energiezufuhr wöchentlich gesteigert wird. Das hört sich nach Kalorienzählen an. Denn, wie schnell hat man 200 kcal zu sich genommen. Viele Diät-Erfahrene dürften das Kalorienzählen jedoch gewohnt sein.

Ob dies hilft oder nur die Diät verlängert, kann ich nicht beurteilen. In jedem Fall ein interessanter Ansatz, der theoretisch überzeugt und einen kleinen Gegenpol zum Diätenwahn und Dauerhungern bildet.

 

Reisetagebuch (aufgenommen in Deutschland 🙂 )

IMG_2037.jpg

6 Gedanken zu “Warum man mit Diäten nicht abnimmt und was es mit der „umgekehrten Diät“ – „Reverse Diet“ auf sich hat

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s