Intuitives Essen – nie mehr eine Diät

Ein Essenstrend jagt den anderen. Die meisten werben damit, dass man schnell schlank wird, für immer schlank bleibt oder verteufeln das eine oder andere Nahrungsmittel.

Intuitives Essen dagegen ist ein Ernährungsplan, keine Diät, wie die Erfinder betonen.

Es geht darum, auf seinen Körper zu hören und dabei achtsam und ohne schlechtes Gewissen alles (was man möchte) zu essen. Kein Kalorienzählen und kein Verbannen eines bestimmten Lebensmittels oder einer Lebensmittelkategorie aus dem Speiseplan. Was genau intuitives Essen bedeutet und wie man dabei gesund und schlank bleibt veranschaulichen die zehn Prinzipien, die Evelyn Tribole und Elyse Resch in ihrem Buch „The Intuitive Eating Workbook“:

  1. Schwöre jeglicher Diät ab
    Diäten sind nicht nachhaltig. Meist hält man sie eine gewisse Zeit durch, um dann wieder zuzunehmen. Was bleibt ist das Gefühl, versagt zu haben. Die erste Regel besagt deshalb, jegliche Form von Diäten zu lassen.
  2. Honoriere Deinen Hunger
    Ein Grund warum Diäten in der Regel nicht funktionieren, ist, dass man dabei oft hungert und dann Heißhunger bekommt. Besser achtet man darauf, wann man wirklich Hunger hat. Oft isst man nur, wenn es Zeit ist zum Essen, wenn man eingeladen ist oder wenn man nichts besseres zu tun hat. Regel zwei besagt, iss nur wenn Du wirklich hungrig bist. Lerne Dein Hungergefühl zu beachten.
  3. Schließe Frieden mit dem Essen
    Diäten schließen meist bestimmte Nahrungsmittel aus. Genau deshalb hat man gerade dann das Verlangen, diese Nahrungsmittel zu essen. Man isst sie und schon hat man ein schlechtes Gewissen. Besser ist es, sich alles zu erlauben. Oft ist dann der Reiz weg. Manchmal hilft es, sich selbst zu fragen, möchte ich jetzt wirklich Schokolade essen, fühle ich mich hinterher besser ?
  4. Fordere die Nahrungsmittelpolizei heraus
    Die Nahrungsmittelpolizei ist die Stimme in Deinem Kopf, die sagt, dies oder jenes darfst Du nicht essen. Dies hat zu viel Kalorien oder sollte man grundsätzlich nicht essen. Oft sind es Freunde oder Kollegen, die bestimmte Regeln vorgegeben. Mach‘ Dich frei von diesen Gedanken.
  5. Respektiere Dein Völlegefühl
    Dieses fünfte Prinzip hängt mit dem zweiten eng zusammen. Essen, wenn man Hunger hat und aufhören, wenn man satt ist. Empfehlenswert ist es, während des Essens immer wieder Pausen zu machen und sich selbst zu fragen, bin ich schon satt oder esse ich nur noch, weil der Teller voll ist, etc… Wir alle haben die Fähigkeit, auf unseren Körper zu hören, die meisten Menschen wissen dies nur nicht.
  6. Entdecke den Zufriedenheitsfaktor
    Der Zufriedenheitsfaktor beim Essen hängt eng mit der Wahrnehmung und Wertschätzung dessen, was ich esse zusammen. Schmeckt mir das Essen wirklich ? Fühle ich mich nach dem Essen gut ? Intuitive Essen bedeutet, dass man beim Essen Freude hat und auf den Geschmack und die Konsistenz des Essens achtet.
  7. Trenne Deine Gefühle vom Essen
    Oft essen wir zu viel, wenn wir Angst haben, alleine sind, gestresst sind oder ähnliches. Auch sind es nicht immer die extremen Gefühle, die wir mit Essen verbinden. Manchmal ist es auch nur Langeweile, wie zum Beispiel auf einer langen Autofahrt. Die Trennung von Gefühlen und Essen ist ein Lernprozess auf dem Weg, intuitiv zu Essen.
  8. Respektiere Deinen Körper
    Akzeptiere Deinen Körper so wie er ist. Unrealistische Erwartungen an die Resultate einer Ernährung sind nicht zielführend. Jeder Mensch hat seine eigene Körperform und sein Wohlfühlgewicht. Dies entspricht nicht immer den Kriterien von Models.
  9. Bewege Dich: Spüre den Unterschied
    Es geht nicht darum, jeden Tag Sport zu machen, sondern den Körper regelmäßig zu bewegen. Es geht auch nicht darum, möglichst viel Kalorien dabei zu verlieren, sondern eine Bewegungsart zu finden, die passt und die man gerne macht. Dies verbessert die Stimmung und stärkt u.a. das Herz- Kreislaufsystem. Alles Dinge, die zum Wohlbefinden beitragen.
  10. Unterstütze Deine Gesundheit mit sanfter Ernährung
    Intuitive Essen und die Aussage, alles essen zu dürfen, gibt keinen Freischein, sich ungesund zu ernähren. Die Qualität der Nahrungsmittel und eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle beim Erfolg dieses Ernährungskonzepts.

Wenn man isst, was man essen möchte, ist das nicht zwangsläufig ein ungesundes Essen. Das Gegenteil ist der Fall. Die meisten intuitiven Esser haben eine hohe Selbstachtung, ein beachtliches Wohlbefinden und einen normalen oder niedrigen Body Mass Index. Achtet man auf die Bedürfnisse seines Körpers, so ernährt man sich fast automatisch ausgewogen und gesund. In diesem Kontext ist es hilfreich, sich über Ernährung, sinnvolle Portionen, Lebensmittelqualität und strategisches Essen zu informieren. Denn in der heutigen Zeit wird das Essen oft von der Gesellschaft, der Werbung oder anderen vorgegebenen Regeln bestimmt, die nicht immer zielführend sind.

Intuitive Essen ist idealerweise mit dem Wissen über Ernährungsthemen verbunden.

 

Die Gedanken stammen aus dem Artikel “ What Is Intuitive Eating ? A Nutritionist Weighs In On This Popular Anti-Diet“ von Amanda Macmillan, veröffentlicht am 3. Mai 2018 im Time Magazin

 

Reisetagebuch (aufgenommen in Kyoto, Japan)

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6 Gedanken zu “Intuitives Essen – nie mehr eine Diät

  1. vollkommen richtig! … kann ich absolut unterstreichen! Wichtig ist auch auf REGIONALE Lebensmittel zu achten und die heimischen Produzenten unterstützen!!! Die Ernährung sollte ausgewogen sein. Für mich, auch als Hochsensibler,
    gehört Fleisch unbedingt dazu – ich bedanke mich im Gedanken für die Energie die ich geschenkt bekomme – dann passt das.

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