Kugelfisch (FUGU) in Japan essen ?

Das aus meiner Sicht amüsante und gleichermassen informative Büchlein „JAPAN für die Hosentasche, Was Reiseführer verschweigen“ von Françoise Hauser ist für Japanreisende, Anfänger wie Fortgeschrittene gleichermassen zu empfehlen. Eine kurzweilige, informative Lektüre ist garantiert.

Zum Thema Fugu, also den in Japan beliebten Kugelfisch mit dem tödlich-giftigen Attribut führt die Autorin Folgendes aus:

„Der Verzehr von Kugelfisch – fugu ist nichts anderes als kulinarisches Bungeespringen. Schuld daran ist das Gift „Tetrodotoxin“ in Leber, Darm und Rogen des Fisches. Ein falscher Schnitt des Kochs und es wird die letzte Mahlzeit der Gäste. Logisch, dass sich nur speziell ausgebildete Köche an den Kugelfisch wagen. Unfälle sind daher sehr selten – aber eben nicht unmöglich. Auch Hobbyfischer versuchen sich hier und da am Kugelfisch, können aber oft nicht mehr von dieser Erfahrung erzählen. Für alle, die es genau wissen wollen, hier die Symptome:

  • Atemnot
  • Lähmungen, auch der Atemmuskulatur
  • Kribbeln auf der Zunge (so fängt es an), an den Lippen und den Armen und Beinen
  • ein taubes Gefühl im Mund
  • Koordinationsstörungen, undeutliche Sprache

Letztlich tritt der Tod aufgrund von Kreislaufversagen oder Ersticken ein – und das kann viele Stunden dauern. Rund die Hälfte aller Fälle überlebt die Vergiftung nicht, ein Gegenmittel gibt es bisher nicht.

Wer selbst fugu probieren möchte, muss oft nicht weit schauen. In der Innenstadt von Osaka, zum Beispiel an der Dotonburi, sind die passenden Restaurants schon von weitem an den überdimensionalen Kugelfisch-Attrappen zu erkennen.

Mittlerweile gibt es sogar fugu-Züchtungen, die nicht mehr giftig sind – was vor allem über das Fischfutter gesteuert wird-, aber die sind sowieso nur für Weicheier…“

So der Auszug aus „JAPAN für die Hosentasche, Was Reiseführer verschweigen“ – von Françoise Hauser.

Unsere Erfahrungen zum Thema Fugu sind wie folgt: Wir haben bestimmt mehrere Dutzend Male Fugu in Japan gegessen, immer in guten Restaurants….

Zum Ersten: Wir leben noch !

Zum Zweiten: Der Fisch ist lecker, aber nicht so lecker, dass man ihn z. B. einem einem O-Toro (das ist Fleisch vom fetten Bauchteil des Thunfischs, eine äußerst schmackhafte, aber auch gegenüber der mittleren und normalen Thunfischqualität recht teure Variante…) vorziehen müsste.

Zum Dritten: Wir haben einmal sogar Fugu Leber gegessen. Die Leber ist nicht selbst das Problem, denn das Gift ist in der Gallenblase. Diese muss der erfahrene Fugu-Chef sorgfältig von der Leber und vom Rest des Fisches trennen, so dass keinerlei Gallenflüssigkeit austritt. Auch hier gilt: Kein Aroma, dass man anderen japanischen, rohen Fisch Leckereien vorziehen müsste….Last but not least:

Zum Vierten: Der Fugu Chef darf erst nach erfolgreich absolvierter zehnjähriger Praxis bei einem erfahrenen, „Fugu-lizensierten“ Chef selbst Fugu zerlegen und Gästen anbieten.

Fazit: Im guten Restaurant in Japan kann man Fugu essen, eine „MUST“ ist es geschmacklich nicht, eine Erfahrung schon. Sollte einem die Leber angeboten werden, dann hängt alles Weitere vom Geschick des Chefs in der Küche ab…wer kein absolut perfektes Gefühl hat oder Zweifel hegt: Finger davon lassen, denn es ist absolut kein „MUST“…

 

Reisetagebuch ( aufgenommen in Yufuin, Japan )

IMG_5860.JPG

4 Gedanken zu “Kugelfisch (FUGU) in Japan essen ?

  1. Oh, ich bin Japanerin und ich habe früher einige Male Fugu probiert. Aber Fugu Leber habe ich noch nie Probiert.
    Ich esse lieber normale Sushi als Kugelfisch.
    Fugu ist teuer, und für die Preise kann ich viele leckere Sushi essen 🙂

    Gefällt 1 Person

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