Heißer Tee ein Gesundheitsrisiko ?

Zu Auswirkungen von Tee auf das Krebsrisiko gibt es unterschiedliche Aussagen. Im Jahr 2016 hat die World Health Organziation die Aussage getroffen, dass heiße Getränke über 65 Grad Celsius, einschließlich Tee,  das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, erhöht.  Hier geht es um die Temperatur des Getränks, weniger um das spezielle Getränk als solches.

Grünem Tee wird eine positive Wirkung bezüglich des Krebsrisikos nachgesagt….

Zahlreiche Studien über schwarzen oder grünen Tee ergeben keine eindeutige Empfehlung. Tee erhöht nicht das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, Tee verringert dieses Risiko nicht. So der Cancer Council NSW. Eine gemeinnützige Organisation in Australien, die unter anderem in der Krebsprävention aktiv ist und über 2000 Studien zu diesem Thema ausgewertet hat.

In einer kürzlich in der „Annals of Internal Medicine“ veröffentlichten Studie wird ein Zusammenhang zwischen dem Trinken von heißem Tee, Alkohol und Zigarettenkonsum hergestellt:

Bei Menschen, die Zigaretten rauchen und mindestens ein alkoholisches Getränk pro Tag zu sich nehmen, erhöhte das zusätzliche Trinken von heißem Tee das Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken um das Fünffache. Wenn zum Genuss des heißen Tees „nur“ Zigarettenkonsum oder „nur“ Alkoholkonsum kam, konnte ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko festgestellt werden, welches jedoch unter dem Risiko der Dreierkombination lag. Bei Menschen, die lediglich heißen Tee tranken, wurde kein erhöhtes Speiseröhrenkrebsrisiko festgestellt. Die Studie untersuchte rund eine halbe Million Menschen über neun Jahre. Der Autor der Studie betont, dass es sich um eine rein beobachtende Studie handelte und deshalb kein eindeutiger Ursache-Wirkungszusammenhang hergestellt werden kann. Er spekuliert, dass heißer Tee die Oberfläche der Speiseröhre angreift und somit Verletzungen durch Tabak oder Alkohol den Weg ebnet. Ein weiterer Aspekt des vermehrt aufgetreten Speiseröhrekrebses könnte ein entzündlicher Prozeß sein, der durch die permanente Reizung der Speiseröhre entsteht. Die Ergebnisse legen nahe, dass heißer Tee möglicherweise in Kombination mit anderen Risikofaktoren zum Krebsrisiko beiträgt. Wichtiger zur Vermeidung des Krebsrisikos ist jedoch nicht zu rauchen und regelmäßigen Alkoholkonsum zu vermeiden, betont Jun Lv, Professor an der Peking University School of Public Health in China in einem email an das TIME Magazin.

Tabak und Alkoholgenuss erhöhen das Krebsrisiko, das stellt wohl niemand mehr ernsthaft in Frage. Interessant in diesem Zusammenhang ist für mich die eindeutige Empfehlung unterschiedlicher Organisationen und Forscher Getränke nicht zu heiß, also nicht über 65 Grad Celsius, zu trinken. In den Medien wird auch immer wieder diskutiert, ob dies auch für sehr heiße Speisen gilt…..

Die Gedanken stammen unter anderem aus dem Artikel „Heres How Drinking Hot Tea Could Increase Your Risk of Cancer“ von Jamie Ducharme, veröffentlicht im Time Magazin am 5. Februar 2018 und einem Beitrag auf der Seite des Cancer Council Western Australia „Cancer myth: Coffee, tea, hot beverages and cancer“.

Reisetagebuch (aufgenommen in Japan: Sashimi von „Uni“, das ist Seeigel)

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6 Gedanken zu “Heißer Tee ein Gesundheitsrisiko ?

  1. Also dein Beitrag ist sehr interessant, danke dafür. Ich finde die starke inhaltliche Verknüpfung zwischen Tee und dem erhöhten Risiko an Speiseröhrenkrebs zu erkranken jedoch problematisch. Du erwähnst in deinem Beitrag eingangs zwar, dass es sich generell um Heißgetränke handelt, dies jedoch nur ein mal. In weiterer Folge ist nur von heißem Tee (bei der Kategorie Heißgetränke) die Rede, wodurch die gedanklich Verknüpfung (das Branding) mit heißem Tee geschieht und nicht mit Heißgetränken mit einer Temperatur über 65 Grad Celsius allgemein. Aufgrund welcher Überlegung relativierst du das in deinem Artikel nicht? Ich vermute, bitte korrigiere mich, falls meine Vermutung falsch ist, aufgrund der unterschiedlichen Quellen auf die du dich berufst (WHO, Cancer Council NSW, „Annals of Internal Medicine“). Ich finde deinen Beitrag sehr interessant, würde aber persönlich die verschiedenen Quellenlagen und Themenbereiche nicht so sehr miteinander verwischen, da dadurch ein verzerrtes Bild im Leser entstehen könnte. Ich freue mich schon auf weitere Beiträge von dir. Liebe Grüße 🙂

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