Gemeinsamkeiten von Menschen, die 100 Jahre alt sind – Teil 2 Bewegung, Ernährung und mehr…

Was kann man von Menschen lernen, die die magische Grenze von 100 Jahren erreicht haben. Um dies zu erforschen sind ein Team von Anthropologen, Demographen, Epidemiologen, anderen Wissenschaftlern und Journalisten in die sogenannten „Blue Zones“ gereist. 

Blue Zone  

Das Team definiert die „Blue Zone“ als Gebiete, in denen überdurchschnittlich viele Menschen über 100 Jahre lang leben und Krankheitsbilder, wie Herzkrankheiten, Übergewicht, Krebs und Diabetes so gut wie nicht vorhanden sind. Das hört sich fantastisch an. Oder ?

Die offiziellen „Blue Zones“ sind:

Ikaria, Griechenland
Okinawa, Japan
Oglisastra, Sardinien
Loma Linda, Kalifornien, USA
Nicoya Peninsula, Costa Rica

Neben den reinen Ernährungsgewohnheiten sind einige andere Faktoren von essentieller Bedeutung: Bewegung, soziales Netzwerk (hier sind nicht die social media der digitalen Welt gemeint, sondern nur reale Beziehungen), Zeit für Entspannung und die Verbundenheit innerhalb der Familie und Gemeinschaft. Dazu vielleicht ein anders Mal mehr…

Heute die Besonderheiten der Ernährung in den jeweiligen Regionen:

  • Die griechische Insel IKARIA
    Hier bestimmt die traditionelle Zubereitung des richtigen Essens auf die richtige Art und Weise das lange Leben. Schwerpunkt der Ernährung ist Kartoffeln, Ziegenmilch, Honig, Gemüse, Kichererbsen, Schwarzaugenbohnen und Linsen, grünes Blattgemüse, einige Früchte und ein wenig Fisch.
  • Okinawa – eine japanische Inselgruppe
    Okinawa gilt als das Hawaii Japans. Entspannte Atmosphäre, Strände und fabelhaftes Wetter. Auf Okinawa leben die meisten über 100 Jährige auf der Welt. Die Menschen auf Okinawa essen jeden Tag etwas vom Land und von der See. Vom Land insbesondere Bittermelone, Tofu, Knoblauch, brauner Reis, grüner Tee und Shitake Pilze
  • Sardinien – eine italienische Insel
    Eine der schönsten Inseln des Mittelmeers…. Das Verhältnis zwischen über 100 jährigen Frauen und Männer ist 1:1. Das ist ungewöhnlich, denn die Quote liegt normalerweise bei 5:1. Die Menschen auf Sardinien erklären ihr hohes Lebensalter mit sauberer Luft, lokal hergestelltem Wein und der Tradition, sich jeden Sonntag zu lieben…. Die Nahrungsmittel sind: Ziegenmilch und Schafskäse. Brot mit Sauerteig, Fenchel, Saubohne, Kichererbse, Tomaten, Mandeln, Disteltee und Wein aus Grenache Trauben.
  • Loma Linda, Kalifornien, USA
    Eine „Blue Zone“ in den USA. Kann das sein ? Ja, hier leben die Sieben-Tags-Adventisten, sie trinken nicht, rauchen nicht, tanzen nicht und sie haben den Medien (Fernsehen, Filme und ähnliches) abgeschworen. Sie folgen einer biblischen Diät mit den Schwerpunkten Getreide, Früchte, Nüsse, Gemüse, Bohnen, Vollkornbrot, Sojamilch und Hafer. Sie trinken nur Wasser. Manche essen kleine Mengen Fisch oder Fleisch. Zucker ist tabu. Eine interessante Besonderheit ist, dass die Personen, die ab und zu Fisch aßen, im Durchschnitt zehn Jahre länger lebten, als reine Vegetarier.
  • Halbinsel Nicoya, Costa Rica
    Die Säulen der Ernährung dieser „Blue Zone“ sind Bohnen, Mais und Kürbis. Dazu Papayas, Süßkartoffel, Bananen und Pfirsichpalme.

Es fällt auf, dass sich mit Ausnahme von Loma Linde alle „Blue Zones“ auf Inseln befinden. Scheinbar bleibt traditionelle Ernährung auf Inseln stabiler erhalten als auf dem Festland. Es sei denn, man entscheidet sich bewusst dafür.

Auch fällt auf, dass die Ernährung sehr wohl aus ganz unterschiedlichen Komponenten bestehen kann. Es gibt also nicht den einen Weg. Wie so oft kommt man an den Punkt, dass es grundlegende Säulen der traditionellen Ernährung gibt, die für eine langes und gesundes Leben ausschlaggebend sind. Auf den Punkt gebracht bedeutet dies: wenig industriell verarbeitete Nahrungsmittel, kein oder wenig industriell hergestellter Zucker und vor allem eine ausgewogene Ernährung. Also Nahrungsmittel, die im Lebensraum natürlich vorhanden sind: „regionale, traditionelle Erzeugnisse, sorgfältig hergestellt von erfahrenen und wissenden Menschen.“, wie es Giorgio Locatelli in seinem Buch „Made in Italy – Das Kochbuch“ beschreibt. So zumindest interpretiere ich die Erfolgsrezepte der „Blue Zones“.

 

 

Die obigen Informationen stammen überwiegend aus dem Artikel:

„Eating To Break 100: Longevity Diet Tips From The Blue Zones“ von Eliza Barclay, veröffentlicht am 11. April 2015 von NPR 24 (National Public Radio) in der Rubrik „the salt – eating and health“

und dem Buch von Jan Buettner:  „The Blue Zones Solution“

 

Reisetagebuch (aufgenommen in Yufuin, auf der japanischen Insel Kyushu)

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6 Gedanken zu “Gemeinsamkeiten von Menschen, die 100 Jahre alt sind – Teil 2 Bewegung, Ernährung und mehr…

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