Wie man mit Schweigen mehr erreichen kann !

Stellt Dir vor, Du sagst etwas und Dein Gegenüber schweigt……schweigt und schweigt. Welche Gedanken schießen in den Kopf ? Habe ich etwas Falsches gesagt ? Lehnt mich die Person ab ? Etc.

Schweigen während eines Gespräches wird nach rund vier Minuten unerträglich. Dazu braucht es eigentlich keine Studien, aber es gibt sie trotzdem: Die Studie von Namkje Koudenburg von der Universität in Groningen, Holland hat dies ergeben.

Melissa Dahl erzählt von der Situation des Chefs eines Freundes. Ein Mitarbeiter geht zum Chef wegen einer Gehaltserhöhung. Der Chef schweigt………Das macht er immer so. Mittlerweile witzeln die Mitarbeiter, dass sie, um den Raum zu verlassen, lieber eine Gehaltsreduzierung in Kauf nehmen um das Schweigen nicht weiter zu ertragen.

In ihrem neuen Buch „Cringeworthy, A Theory of Awkwardness“, also „Peinlichkeiten, Die Theorie der Verlegenheit“ hat Melissa Dahl Situationen untersucht, die Menschen peinlich sind. Sie stellt dabei fest, dass Unsicherheit der wesentliche Grund ist, warum man sich in peinlichen Situationen unwohl fühlt: Momente im Leben in denen man nicht genau weiß was man sagen oder tun soll.

Die Tatsache, dass der Mitarbeiter sich unwohl fühlt, wenn der Chef schweigt, wird mit  Unsicherheit begründet. In der Psychologie gibt es den Begriff „Need for closure“. Übersetzt: „Das Bedürfnis etwas abzuschließen“. Der Begriff bezeichnet das Bedürfnis des Menschen, Handlungen oder Ereignisse abzuschließen, aber auch das Bedürfnis, auf  Fragen klare Antworten zu erhalten. In Situationen, die noch nicht abgeschlossen sind, streben Menschen danach, Unsicherheiten oder Zweideutigkeiten zu vermeiden. Unfertiges oder Vorläufiges ist für Menschen oft eine Belastung. Dieses Unwohlsein führt manchmal dazu, dass Menschen lieber nachteilige Ergebnisse in Kauf nehmen als weiter zu warten oder zu verhandeln.

Die Empfehlung:

In Situation, in denen man nicht weiß, was man tun oder sagen kann, ist es immer eine Option einfach nichts zu tun oder nichts zu sagen. Wissend, dass Stille auszuhalten, außergewöhnliche Lösungen und Kräfte entfalten kann.

Stille einzusetzen ist nichts Negatives. Man kann Stille in ganz unterschiedlichen Situationen bewusst einsetzen. Es muss nicht immer zur Konfrontation sein, sondern kann auch zur Effektivität beitragen: „Darüber möchte ich kurz nachdenken….“

Forschungen haben gezeigt, dass Menschen besser mit Unsicherheiten in Situationen umgehen können, wenn sie wissen, dass sie ihre Entscheidungen später erklären müssen. Dies vermeidet vorschnelle, ungünstige Entscheidungen. Melissa Dahl erzählt, dass sie diese Taktik ganz gezielt in für sie unangenehmen Situationen einsetzt. Sie stellt sich vor, auch wenn es nicht so ist, dass sie die verhandelte Lösung später jemandem erklären muss.

Viel Spaß beim Ausprobieren !

 

Die Gedanken stammen unter anderem aus dem Artikel „How to Use Awkward Silence to Get What You Want“ von Melissa Dahl, veröffentlicht am 16. Februar 2018 im Time Magazin

 

Reisetagebuch (ein Pelikan, aufgenommen in Californien, USA)

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