Warum Fakten unsere Meinung oft nicht ändern…..

Zahlreiche Studien belegen, dass sich unser Verstand bzw. unsere Vernunft nicht nur (weiter) entwickelt, um abstrakte oder logische Probleme zu lösen, sondern vor allem dazu dient, in der Gemeinschaft und damit auch als Gemeinschaft zu überleben.

Der Mensch ist logischen Argumenten oft nicht recht zugänglich; wird jedoch seine emotionale Ebene angesprochen, folgt die Umsetzung der „Erkenntnis“.

Zu diesem Phänomen gehört der auch in Deutschland seit 2016 verwendete Begriff „Postfaktisch“. Postfaktisch wurde 2016 zum „Wort des Jahres“ gekürt.

„Postfaktisch, das bedeutet, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen eine Entwicklung von der Wahrheit zur „gefühlten Wahrheit“ gibt.“

Zitat aus einem Bericht im Deutschlandfunk vom 15. Dezember 2016

Oder anders formuliert von Sascha Lobo:

„Man verfolgt nicht im Sinne der Aufklärung eine Information über die Welt, wie sie wirklich ist, sondern man versucht sich nur die Teile der Realität rauszusuchen, die einem wirklich in den Kram passen und alles andere blendet man aus.“

Der Mensch ist oft selbst davon überzeugt, dass seine Meinungen und Ansichten auf Fakten basieren. Dabei glaubt er an weit mehr als nur an die Fakten, nämlich an die vermeintlichen Fakten aus dem eigenen Weltbild. Wissen entsteht so gut wie nie im luftleeren Raum und kann immer auf unterschiedliche Art und Weise genutzt werden.

Gefährlich wird es, wenn mit vermeintlichen Fakten gezielt manipuliert wird. Negativ Beispiele hierzu gibt es vor allem im politischen Bereich. In den USA etwa kann man dieses Phänomen seit etwa zwei Jahren ganz gut beobachten.

Wer sich für dieses Thema interessiert:

  • „The Enigma of Reason“ von Hugo Mercer und Dan Sperber, ein Buch, welches Anfang des Jahres heraus kam. Der Titel wird in den Medien lose übersetzt mit „Das Rätsel der Vernunft“ oder „Wie wir uns selbst überzeugen“. Man könnte es auch übersetzten mit „Die Enträtselung des Verstandes“.
  • „Why Facts Don’t change our minds“, ein Artikel von Elisabeth Kolbert, veröffentlicht im „The NEW YORKER“ am 27. Februar 2017
  • „Die Erklärung eines Schimpfwortes“, ein Artikel von Karl-Heinz Ott, veröffentlicht in „Neue Zürcher Zeitung“ am 9. Dezember 2016
  • „Die gefühlte Wahrheit „Postfaktisch“ – Wort des Jahres 2016″, ein Beitrag im Deutschlandfunk vom 15. Dezember 2016

Die im Blog dargestellten Gedanken resultieren aus diesen Quellen.

Viel Spaß beim Nachdenken 🙂

 

Reisetagebuch ( aufgenommen bei Gravenhurst, Kanada)

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