The Hacking of the American Mind von Robert H. Lustig

Robert H. Lustig, Professor Emeritus und Arzt, Bestseller Autor von „Fat Chance“  hat ein sensationelles, neues Buch veröffentlicht. 

Der Titel lautet:

“ The Hacking of the American Mind“ 

Im Prinzip geht es um Pleasure und Happiness, Vergnügen und Glück. Was ist wichtiger, worauf kommt es an ? Wie entsteht Pleasure, wie Happiness ?

Aus der von Lustig beobachteten, rasant ansteigenden Zahl von Suchtkranken und Menschen mit Depressionen und der gleichzeitig weiterentwickelten Gehirnforschung stellt er Zusammenhänge zwischen der veränderten Umwelt und der im Gehirn stattfindenden Vorgänge her. Er beschreibt dabei Sucht als Folge von zu viel Genuss (Vergnügen) und Depressionen als Folge des Unglücklichseins. Lustig geht noch einen Schritt weiter und fragt, ob Veränderungen der letzten Jahre im Bereich Ernährung, Technologie und Medien dazu führen können, dass wir potenziell alle gefährdet sind bzw. Menschen dadurch unglücklicher sind oder werden, wenn wir nicht gegensteuern.

Nun könnte man sagen, was interessiert mich das ? Ich bin weder suchtkrank noch depressiv. Beides sind Extreme. Doch wie beeinflusst die Flut an Möglichkeiten in unserem Leben (wieder bezogen auf Ernährung, Technologie und Medien) uns und unser tägliches Leben ? Wie ernähren wir uns ? Kochen wir noch selbst oder ernähren wir uns von (industriell) vorgefertigtem Essen ? Wieviel Medienkonsum erlauben wir uns täglich ? Denken wir überhaupt darüber nach ? Probieren wir auch Veränderungen aus und beobachten die Wirkungen oder geschieht es einfach mit uns ? Wieviele reale Freunde, also alle außerhalb der sozialen Medien,  haben wir ? Wie erziehen wir unsere Kinder im Bezug auf diese Themen ? Spannende Fragen, die jeder für sich selbst beantworten kann. Als Anregung ein paar Aspekte aus dem oben zitierten Buch von Dr. Robert H. Lustig:

Was sind Indikatoren um Glück (Happiness) und Vergnügen (Pleasure) bzw. Genuss zu unterscheiden ? 

Glück ist langfristig – Vergnügen ist kurzfristig

Glück kann man mit anderen Menschen gemeinsam erreichen – Vergnügen kann man alleine erreichen

Glück gibt – Vergnügen nimmt

Glück kann man nicht mit Substanzen (z.B. Drogen, Alkohol, Junk Food, Zucker oder Verhalten, wie z.B. Shopping, Internet Surfen) erreichen – Vergnügen kann man mit Substanzen oder Verhalten erreichen

Glück kann nicht süchtig machen, Vergnügen macht – in seinen Extremen – süchtig

Glück ist „himmlisch“ – Vergnügen ist weltlich

Glück ist Serotonin – Vergnügen sind Dopamine (das ist nun eher die bio-chemische Sicht….)

Kann Vergnügen dazu führen, dass wir unglücklich, krank, depressiv, übergewichtig…. werden ? 

Nehmen wir das Beispiel Zucker bzw Ernährung. Sicherlich schadet es nicht (mal von medizinischen Sonderfällen abgesehen) Zucker zu essen oder ins Fast Food Restaurant zu gehen. Was passiert jedoch, wenn man sich überwiegend von Fast Food oder industriell gefertigten Produkten ernährt ? Ähnlich verhält es sich mit sozialen Medien. Was passiert, wenn ich den ganzen Tag auf mein Smart Phone oder Tablet schaue und darüber meine Umwelt ignoriere bzw. nicht wahrnehme…?

Lustig nennt vier mögliche Wege das Serotonin zu steigern und damit glücklich(er) zu werden:

  1.  Connect: Hier geht es um  zwischenmenschliche Beziehungen auf allen Ebenen und zwar realen Beziehungen, nicht Beziehungen über Social Media
  2. Contribute: Hier geht es darum, als Mensch etwas beizutragen und damit das Selbstwertgefühl zu steigern. Dies kann auf vielfältige Art und Weise geschehen: im Beruf, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten, etc.
  3. Cope: Hier geht es um genügend und guten Schlaf, Achtsamkeit und Bewegung
  4. Cook: Dieser Punkt greift das bekannte Thema auf: ein Übermaß an verarbeiteten Lebensmitteln schaden dem Menschen. Also statt „Tiefkühlpizza“ lieber selbst kochen (und backen 🙂 ) ….

Die Basis all dieser Überlegungen ist, dass biochemische Prozesse und ihre Wirkung auf den Menschen bei allen  gleich sind, egal in welcher Kultur oder welchem Umfeld die Menschen leben.

Robert H. Lustig ist emeritierter Professor im Bereich Endokrinologie und Mitglied des Institute for Health Policy Studies in USA.

Viel Spaß beim Lesen !

PS: Gerne nehme ich an der Blogparade zum Thema Glück teil.

https://julie-en-voyage.com/2017/10/13/aufruf-blogparade-zum-thema-glueck/

 

Reisetagebuch ( aufgenommen in Kaeo, Tauranga Bay, auf der Nordinsel Neuseelands)

IMG_3950.JPG

2 Gedanken zu “The Hacking of the American Mind von Robert H. Lustig

  1. Liebe Angelika,
    erstmal vielen lieben Dank für deine Teilnahme an meiner Blogparade!
    Die Unterscheidung zwischen Vergnügen und Glück finde ich sehr interessant, insgesamt klingt das Buch echt spannend. Außerdem freut es mich, dass mit deinem Beitrag nun auch eine Buchbesprechung an meiner Blogparade teilnimmt.
    Herzlichen Dank nochmal und alles Liebe
    Julie

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  2. Pingback: Blogparade Glück: Zusammenfassung –Teil 2 – Mein Reisetagebuch

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